Interview mit Mareike Schamberger: Beruflicher Neustart in der Elternzeit

Lead Yourself – Interview mit Mareike Schamberger

Lead Yourself Interview mit Mareike Schamberger

Darüber, warum es so wichtig ist, Ziele herunterzubrechen und was Mareike motiviert hat, den Biss zu entwickeln, um während ihrer Elternzeit einen beruflichen Neustart hinzulegen.

 

Für dieses Lead Yourself Interview habe ich Mareike in mein Office eingeladen. Sie wohnt und arbeitet keine 5 Minuten mit dem Fahrrad von mir entfernt und ist Mama von zwei Kindern im Krippenalter. Mareike hat sich bewusst dagegen entschieden, zu ihrem alten Arbeitgeber zurückzukehren und arbeitet jetzt bei einer Stiftung. Die berufliche Neuorientierung hat ihr die nötige Flexibilität gegeben, um sich zur gleichen Zeit wie ich selbständig zu machen. Als Mami Startup hilft sie anderen Mamas dabei, die technischen Hürden zu überwinden, die so eine Selbständigkeit mit sich bringt. Dabei erstellt sie Homepages oder hält Vorträge z.B. über Suchmaschinenoptimierung.

 

1) Christina: „Was bedeutet für dich Selbstführung?“

Mareike: „Selbstführung bedeutet für mich, meine Ziele treffsicher zu identifizieren und in meinem Tempo darauf zu zulaufen. Das lebe ich momentan jeden Tag. Ich hab mir schon immer Ziele gesetzt im Leben. Seitdem ich Kinder habe, hat das für mich aber nochmal eine ganz andere Gewichtung: Ich bin jetzt besser im Ziele stecken und viel strategischer beim Abarbeiten dieser Ziele. Ich setze mir jetzt auch viele kleinere Ziele. Man sagt ja immer so schön “ the sky is the limit“ oder „think big“ und so. Ja, sehe ich alles ein. Habe ich früher auch ganz oft gemacht und dann bin ich so im Perfektionismus irgendwie hängen geblieben und habe die Ziele so bis 70% geschafft. Diese letzten 30%, die zogen sich dann wie Kaugummi nach dem Motto „Scheuklappen auf und marschieren“. Da hat es bei mir ganz oft geklemmt.

Die Kinder waren für mich der Anlass, keine zu großen Ziele mehr zu setzten. Ich setzte mir also schon immer noch Ziele, breche sie aber bewusst herunter. Außerdem habe ich auch gelernt, nicht so schnell aufzugeben – ich hab deutlich mehr Biss. In dem Sinne, dass die Kinder auch nach dem eigentlichen ins Bett gehen gerne noch 5x hintereinander wieder auf der Matte stehen und ich dann keine 5 Minuten am Stück am Rechner sitze. Da muss ich dann echt Biss haben, um mich das sechste Mal hinzusetzen und dann noch eine Stunde konzentriert zu arbeiten, obwohl ich schon weiß, dass ich das, was ich machen wollte, an dem Abend nicht mehr schaffen kann. Da bin ich einfach echt entnervt, aber mach trotzdem weiter.“

2) Christina: „Wann kam für dich der entscheidende Moment, in dem du erkannt hast, dass du etwas in deinem Leben verändern möchtest und du dich selbst führen musst?“

Mareike: „Ja, da gab es schon ganz viele, aber es gab jetzt keinen „Wakeup Call“-Moment. Es gab immer wieder Momente in meinem Leben, wo ich aus Wünschen Ziele gemacht hab. Wo mir klar wurde, dass aus meinem Wunsch ein konkreter Plan werden muss. Ab da, wo ich einen Plan mache und auch anfange diesen Plan abzuarbeiten ist es ein Ziel. Nicht alle habe ich erreicht, manche habe ich auch wieder aufgegeben, wenn mir der Preis zu hoch war.

Nach der Geburt von meinem Kleinen,  ging erst einmal ein halbes Jahr gar nix. Die Kinder haben beide sehr schlecht geschlafen, das war wirklich grenzwertig. Eine richtig beschissene Zeit. Da hab ich für mich gemerkt: mit 2 Kindern läuft es halt nicht immer so wie ich will. Da hatte ich oft noch nicht mal mehr die Kraft zum Duschen oder Essen.

Zu der Zeit habe ich wirklich Angst davor gehabt, wieder arbeiten zu müssen. Wie sollte das denn noch gehen mit so wenig Schlaf? Zurück in den alten Job konnte ich mir schon gar nicht vorstellen. Schon allein, weil die Kita feste Zeiten vorgibt, mein bisheriger Job aber viel Flexibilität erforderte. Dazu kommen die langen Fahrtzeiten nach Frankfurt. Das hat sich absolut nicht richtig angefühlt.

Irgendwann hat der Kleine dann angefangen mal 3 oder 4 Stunden am Stück zu schlafen. Da kam mir die Erkenntnis, dass ich grad die anstrengendste Zeit in meinem Leben überlebt hab und ich alles erreichen kann. Wer soll mich denn jetzt noch stoppen? Das war auf jeden Fall ein entscheidender Moment. Ab da gingen die Überlegungen los, was ich machen könnte und daraus hat sich das mit der Stiftung ergeben und die Idee, nebenher etwas Eigenes aufzubauen.“

3) Christina: „Was war das schwierigste an deiner Veränderung?“

Mareike: „Auf jeden Fall die Zeit, als meine Kinder überhaupt nicht geschlafen haben, aber das hatte ich ja schon hinter mir zu dem Zeitpunkt. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass da noch was Krasseres kommt als in dieser Zeit. Mal abgesehen von schweren Krankheiten.“

4) Christina: „Welche Eigenschaften haben dir geholfen in der Umsetzung deines neuen Plans?“

Mareike: „Ganz klar, immer wieder das WARUM, auch wenn das keine Eigenschaft ist. Für mich ist das große Thema Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.In anderen Familien beobachte ich, dass morgens die Kinder vom Papa schnell in den Kindergarten gebracht werden, nachmittags von der Mama abgeholt werden. Dieses Gerenne. Ganz schlimm, wenn das Kind mal krank ist. Dann fällt der Kindergarten natürlich aus und man muss sich gleich beim Arbeitgeber rechtfertigen.

Mit der Selbstständigkeit kann ich halt mein eigenes Ding machen und selbst meine Lösungen bestimmen. Daher ist das WARUM der größte Antreiber: endlich mehr Balance zwischen Familie und meinem Beruf. Das ist für mich Lebensqualität: Gestern war tolles Wetter und bin spontan mit meinen Kindern auf dem Spielplatz gegangen. Abends hab ich mich dann hingesetzt und hab gearbeitet. Wann ich arbeite ist meine Entscheidung, fertig.“

5) Christina: „Hast du ein (Lebens-)Motto?“

Mareike: „Nein, ich glaube nicht. Kann ich das Nachliefern?!? *lacht* 🙂 Sagen wir es mal so: Ich will Geld verdienen, bin halt echt toughe Geschäftsfrau. Ich will Vollzeit verdienen, aber nur halbtags arbeiten. Und um das zu schaffen, gilt „80 ist das neue 100“. Also nicht so perfektionistisch sein und einfach machen. Außerdem hilft es mir, meine Werte nun besser zu kennen. Seit der Werte Übung im Lead Yourself Coaching Programm ist das mein Glücks-Kompass geworden.“

6) „Was würdest du Menschen mit auf den Weg geben, die nicht da sind, wo du jetzt bist, sondern die sich momentan eher fragen, wie sie dorthin kommen und das Leben leben können, das sie sich wünschen?“

Mareike „ Ziele realistisch stecken! Immer der nächste Schritt ist der wichtigste, und der einzige, der zählt. Und was danach kommt, neu überlegen. Brich die Ziele herunter, mach dir Zwischenschritte, hab eine Timeline, aber wichtig: nicht zu langfristig, sondern für maximal 4 Wochen und in der Zeit immer schön die ToDo Liste pflegen. Also merk dir: Immer nur den nächste Schritt gehen, die Ziele erreichbar stecken und ganz wichtig – nicht verunsichern lassen!“

Danke, Mareike!

Wenn du auch dein Leben in die Hand nehmen möchtest und deine beruflichen Träume Schritt für Schritt verwirklichen möchtest, lade ich dich herzlich zu meinem Lead Yourself Workshop ein. Alle Infos und Termine findest du hier. Sei dabei und führe auch du dich zu deinem 100% happy life. 🙂

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