Lead Yourself – Interview mit Nadia Fyvie-Feldmann - Christina Sperling

Lead Yourself – Interview mit Nadia Fyvie-Feldmann

Lead Yourself Interview mit Nadia Fyvie-Feldmann

Über Burn-Outs, Bore-Outs und wie es dazu kam, dass Nadia, ihr Mann Gary und ihre Tochter Aliyah jetzt im Garten in Schottland stehen und sich freuen, dass sie im Team arbeiten.

 

In meinem ersten Interview treffe ich Nadia. Nadia wohnt seit wenigen Monaten mit ihrem Mann Gary und ihrer 12-jährigen Tochter Aliyah im Cairngorms National Park inmitten der schottischen Highlands. Hier führt sie ihr Bed & Breakfast mit dem schönen Namen Rosegrove Guesthouse. Im Interview möchte ich herausfinden, wie es dazu kam und was Nadia geholfen hat, sich selbst zu führen, um sich wieder richtig glücklich zu fühlen in ihrem Leben.

 

1) Christina: „Was bedeutet für dich Selbstführung?“

Nadia: „Selbstführung bedeutet für mich die Zügel in die Hand zu nehmen. Sich nicht auf Umstände oder andere Leute zu verlassen. Für sich selbst einen Weg zu finden, der im Einklang ist mit dem, was man selbst an Stärken und Schwächen hat. Selbstbestimmt zu sein, nicht fremdbestimmt.“

2) Christina: „Wann kam für dich der entscheidende Moment, in dem du erkannt hast, dass du etwas in deinem Leben verändern möchtest und du dich selbst führen musst?“

Nadia: „Vor dem dritten Burn-Out. Wobei 2x war es wirklich Burn-Out und beim dritten Mal eher ein Bore-Out. Ich fühlte mich zu nichts mehr motiviert und obwohl mir die Arbeit immer Spaß gemacht hatte, war auf einmal alles nicht mehr das Richtige. Ohne es wirklich zu merken, rutsche ich da auf einmal rein. Und dann kam der Zeitpunkt, da spürte ich deutlich: So nicht. Aber da hatte ich noch keinen Ausweg. Ich hatte verschiedene Wege probiert und habe gemerkt, dass sie alle nicht funktionieren. Ein neuer Ansatz musste her.

Dann habe ich meinen Plan geschmiedet: Ich lege den Fokus auf mein Leben außerhalb der Firma. Meine Familie, mein Haus und Freunde. Es gibt ja auch genug Menschen, die damit glücklich sind, dass sie nur ihre 8 Stunden Arbeit runterreißen und sich danach ausleben. Das ist eine Frage der Motivation. Was ist für dich wichtig im Leben. Arbeit ist für mich eben sehr wichtig im Leben, deswegen ist dieser Ansatz phänomenal schief gegangen. Das war der Weg des geringsten Widerstands: Ich dachte ich wüsste, was mir wichtig ist im Leben, aber als ich den Fokus weggenommen habe von der Arbeit, merkte ich, dass mich das wiederum krank macht. Es ging nicht, denn für mich gehört beides zusammen. Das eine ODER das andere ging nicht für mich.

Bewusst geworden wie schlimm es wirklich ist, ist mir das alles aber erst so richtig als ich in einem Work-Life-Balance Workshop saß. Eine Art Workshop oder Coaching zur Selbstfindung. Diesen hatte ich im Katalog meiner damaligen Firma. Es war mehr eine Zufallswahl. Es hat sich dann rausgestellt, dass es eine Art Gruppen Coaching war. Und DA hat die wirkliche Veränderung angefangen.“

3) Christina: „Was war das schwierigste an deiner Veränderung?“

Nadia: „Am ersten Tag nach dem Workshop fühlte ich mich, als ob mich jemand vermöbelt hätte. Es war wirklich schlimm. Am ersten Tag gab es eine Art Bestandsaufnahme: Wer ist man, wie ist man und wie ist die momentane  Situation? Und die war so viel schlimmer als ich dachte… Diese ganzen Sachen wie „Was ist dein Karriere-Anker?“ oder „Was bist du für ein Typ?“ haben mir gezeigt: Es ist schon so wie ich ahnte: schlimm, aber dass es SO schlimm ist, war mir nicht bewusst. Dass ich auch so einfach zu lesen bin hat mich überrascht. Wir haben einen Antreiber-Test gemacht und die Seminarleiterin sagte mir gleich: „Ich kenne Ihr Ergebnis.“ Das hat mich direkt geflasht. Auf einmal war ich gezwungen zur Selbstwahrnehmung. Und ich musste erkennen: Mein Job erfüllte nicht das, was ich wirklich brauchte. Das war nicht die Schuld der Stelle an sich, eher war es so, dass die große Herausforderung fehlte. Dass ich einfach mehr wollte. Die Einsicht, dass mein Job, den ich sehr gerne gemacht habe, eigentlich nicht mehr das Richtige für mich war, tat auch irgendwie weh muss ich sagen.

Am zweiten Tag sind wir dann in die Planung gegangen: Was willst du ändern? Was macht dich glücklich? Was sind die steps dorthin? An diesem Abend habe ich meinen Mann Gary angerufen und gesagt: „Hey, ich habe da so eine Idee. Wie wäre es, wenn wir nach Schottlang gehen und ein B&B [Bed & Breakfast] aufmachen?“ Und Gary hat gesagt: „Why not?!“ Es war ein 2-Minuten Gespräch. Ich sagte: „Ich weiß, es hört sich bekloppt an, aber hör mir einfach kurz zu.“ Und dann erzählte ich von der Idee und er war sofort so nach dem Motto „ok, cool“.

Spannend daran ist, dass dieses Bild in mir eigentlich von einem Freund von mir kommt. Matthias. Als Aliyah in der 4. Klasse war, holte ich sie einmal bei Matthias ab und er sagte damals zu mir: „Nadia, kannst du nicht nach Schottland gehen und so ein B&B aufmachen?“ Und ich sagte damals: „Du spinnst wohl, warum sollte ich so etwas machen?“ Und er so: „Ja, man, das wäre cool. Dann wüsste ich, wo ich im Urlaub hinfahren sollte.“ Nach diesem Gespräch habe ich eigentlich nie bewusst darüber nachgedacht und es wurde auch nicht zu meinem Plan oder so. Aber dann kam es im Workshop auf einmal: Wir haben mit Symbolen gearbeitet. Die Seminarleiterin hatte einen kleinen Plastik-Blumentopf dabei mit Osterglocken. Und Osterglocken sind in Schottland überall [Anmerkung: Nadia und Gary hatten vor Jahren zusammen in Schottland gelebt]. Ich habe das Symbol gewählt, weil es für mich irgendwie ‚peace‘ ausgestrahlt hat. Und dann kam die Assoziation: Osterglocken…… Gefühl von Peace…… Schottland……. Matthias….. BINGBINGBINGBING.

Also das war somit nicht der Wunsch von Anfang an, aber es war die Lösung für das, was wir wollten. Wir wussten: a) So geht es jobtechnisch nicht weiter. Und b) Auch finanziell möchten wir etwas verändern: Wir haben beide immerzu gearbeitet und hatten trotzdem irgendwie gefühlt nichts. Was ist, wenn Gary irgendwann seinen Job verliert und dann? Was haben wir dann? Was machen wir dann? Dazu kam: Wir wollten nicht mehr so weiterleben, wie das Leben im Rhein-Main Gebiet ist: Es ist schlichtweg eine Katastrophe. Alles ist anstrengend, alles ist schnell, alles ist aggressiv. Klar, man kann da auch gut leben… ich komme selbst gebürtig aus dem Taunus. Aber du kannst darin nur leben, wenn alle Sachen stimmen. Zum Beispiel zuhause läuft alles super und das wiegt den Job auf. Oder der Job läuft super und das wiegt den 2-Stunden-Stau auf, durch den du dich jeden Tag quälst. Dann kann man diese Sachen auch alle ertragen. Aber wenn man nur Baustellen hat im Leben, ist das Rhein-Main Gebiet gefährlich. Es gibt so viele unglückliche und frustrierte Menschen dort – dafür musst du selbst einfach im Einklang mit dir sein, um damit gut klarzukommen.“

4) Christina: „Welche Eigenschaften haben dir geholfen in der Umsetzung deines neuen Plans?“

Nadia: „Intuition und Bauchgefühl. Dazu auch noch eine große Portion Projektplanung. Ich weiß nicht, ob es ein Wort dafür gibt – ich sage mal so: Einfach machen. Es war bei uns immer so: Machen wir? Ja? Ok. Dann haben wir es gemacht. Einfach probieren und mit kalkulierten Risiken gehen, nicht kopflos. Du musst flexibel und offen sein für etwas anderes. Es war nie, nie, nie mein Plan: Ich habe immer gesagt, dass ich auf keinen Fall in die Gastro möchte. Und jetzt? Bin ich Gastgeberin. *lacht laut*

Das Beste daran ist jetzt: Wir alle drei sind zusammen. Manchmal stehen wir um 14 Uhr zusammen im Garten und rödeln rum. Und auf einmal wird uns klar: Jetzt können wir zusammen arbeiten. Und das macht uns glücklich. Wir sind Schaffer, das haben wir jetzt gemerkt. Ein echtes Team.“

5) Christina: „Hast du ein (Lebens-)Motto?“

Nadia: „Was mir geholfen hat in der Zeit, ist der Spruch: MAKE IT HAPPEN. Es sagt für mich aus: Mach! Just do it! Es gibt auch ein Lied von Mariah Carey dazu… ein Gospellied, obwohl ich jetzt nicht wirklich gläubig bin. Nach dem Motto: Ich hatte nichts, aber jetzt mache ich etwas aus meinem Leben. Daher ist mein Motto: „Hör auf zu jammern, tu etwas.“

6) „Was würdest du Menschen mit auf den Weg geben, die nicht da sind, wo du jetzt bist, sondern die sich momentan eher fragen, wie sie dorthin kommen und das Leben leben können, das sie sich wünschen?“

Nadia: „Holt euch viel früher jemanden, der mal mit euch mit reflektiert. So etwas hätte ich auch schon 3 Jahre früher gebrauchen können. Denn so schlimm muss es gar nicht erst kommen. Und es war richtig schlimm. Daher rate ich, einfach so früh wie möglich mal im Coaching alles mit jemandem durchzugehen. Es kann ja auch rauskommen, dass alles gar nicht so schlimm ist. Dann ist alles super und damit kann man dann auch glücklich werden. Aber in jedem Fall tu was! Hol dir einfach jemanden, der dir hilft mal anders drauf zu gucken – in welcher Form auch immer. Mir hat es so sehr geholfen und dafür bin ich heute total dankbar.“

 

Wenn du auch dein Leben in die Hand nehmen möchtest und deine Träume verwirklichen möchtest, laden Nadia und ich dich zum Lead Yourself Intensiv im Rosegrove Guesthouse ein! Alle Infos dazu findest du hier. Sei dabei, lerne die Schönheit der schottischen Highlands kenne und führe auch du dich zu deinem 100% happy life. 🙂

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