Lead Yourself: Entdecke deinen Selftalk
 

Lead Yourself – Entdecke deinen Selftalk

Selftalk: Wie du deine inneren Monologe entdeckst und damit Unsicherheit und Selbstzweifel loslässt

Wer kennt das nicht?! Diesen Moment, in dem etwas schief geht und man zu sich selbst sagt: „Ach, du Depp, das war jetzt echt `ne Glanzleistung….“ Oftmals schenken wir solchen Gedanken oder Selbstgesprächen keine große Aufmerksamkeit. Doch es lohnt sich durchaus mal genauer hinzuhören: Selbstgespräche sind nämlich keineswegs nur etwas, das „seltsame Leute“ tun. Auch wenn es vielen Menschen nicht bewusst ist, so führen wir alle tagtäglich Selbstgespräche.

70% der Denkleistung besteht aus inneren Monologen

In unseren Gedanken senden wir uns selbst Botschaften – mal mehr, mal weniger nett, aber auf jeden Fall fast ununterbrochen. Laut Experten besteht 70% unserer täglichen Denkleistung aus inneren Monologe und Gedanken über uns selbst und unser Verhalten – der sogenannte Self-Talk. Eine ganze Menge also.
Self-Talk findet auf folgenden Ebenen statt:

  • In Form unserer Gedanken,
  • in Sätzen, die wir zu uns selbst sagen und
  • in Äußerungen anderen gegenüber, in denen wir etwas über uns sagen.

 

Die Art und Weise, mit der wir mit uns selbst kommunizieren, hat einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden und auf unsere Motivation. Leider ist das, was wir uns selbst sagen, oft negativ oder sogar respektlos. Wir kritisieren uns, putzen uns selbst runter oder schimpfen sogar auf uns selbst. Das hat Folgen wie Unsicherheit, Selbstzweifel, Entmutigung und am Ende Unzufriedenheit. Doch wir merken nicht, was wir uns selbst mit den Worten und Gedanken antun, denn die inneren Botschaften laufen oft unbewusst ab.

Unterbreche dich bewusst und regelmäßig

Doch mit kleinen Schritten ist es möglich, diese Spirale zu stoppen und den eigenen Self-Talk zu entdecken und damit auch zu verändern.

1. Schritt: Nehme deinen Self-Talk wahr und schreibe deine ‚Playlist‘:

Sicherlich ist es nicht ganz einfach, sich den eigenen Self-Talk einmal bewusst zu machen. Aber es geht. Beginne damit, mehrfach am Tag innezuhalten und darauf zu achten, was du über dich denkst und was du auch anderen über dich erzählst. Dazu zählt z.B. der Gedanke morgens beim ersten Blick in den Spiegel („Oje, sehe ich heute schlimm aus…“) oder auch die Sätze zu Freunden oder dem Chef („Im Rechnen war ich sowieso schon immer unfähig…“). Schreibe am besten alles auf. So entsteht eine „Playlist“. Dir wird dann nämlich auch auffallen, dass bestimmte Sätze oder Gedanken immer wieder auftauchen – vielleicht auch in leicht abgewandelter Form. Beginne damit darauf zu achten, welche Sätze und Gedanken sich in deiner Playlist oft wiederholen. Diese innere Schallplatte gilt es zu stoppen.

2. Schritt: Hinterfrage deinen Self-Talk und stoppe die Selbstsabotage:

Frage dich nun zu all den Sätzen und Gedanken, die du aufgeschrieben hast folgende Frage: Ist es WIRKLICH wahr? Hierzu hilft es, wenn du einmal überlegst, ob es in 8 von 10 Fällen wirklich so ist oder ob du zum Beispiel von einer Verhaltensweise auf eine Charaktereigenschaft geschlossen hast. Du hast zum Beispiel einen unaufgeräumten Kleiderschrank und sagst über dich: „Ich bin so ein unordentlicher Mensch.“ Stimmt das? Ist das wirklich wahr? Wenn nur dein Kleiderschrank unaufgeräumt ist, bist du nicht in 8 von 10 Fällen ein unordentlicher Mensch. Vermeide solche Verallgemeinerungen – dir zuliebe!

3. Schritt: Verändere deinen Self-Talk und übe Mitgefühl:

Es gibt eine einzige Regel, die dir hilft deinen Self-Talk zu verändern: „Don’t say anything to yourself that you wouldn’t say to anyone else.” Oder auf gut Deutsch: Was du nicht einem anderen sagen würdest, solltest du auch nicht zu dir sagen. Stelle dir vor, du sprichst mit einem Kind. Würdest du einem Kind sagen: „Schau dir mal deinen Fehler an, das war jetzt echt total dumm von dir. Also echt, wie blöd kann man sein?!“ Oder würdest du nicht vielleicht eher sagen: „Schau mal, das war jetzt ein kleiner Patzer – ja das passiert, aber davon geht die Welt nicht unter. Lass uns mal schauen, wie wir das wieder gerade rücken.“

Lass dir dazu noch zwei Tipps mit auf den Weg mitgeben:

1. Achte darauf, Handlungen nicht auf dich als Person zu beziehen. Mein Beispiel hierfür: Statt „ich bin eh unfähig was Rechnen angeht“, wandle den Satz ab: In welcher Situation? „Wenn ich aufgeregt bin, verrechne ich mich schon mal im Kopf.“

2. Nutze die kleine Intervention „noch“ für deine Umformulierung: So wird aus dem Satz „Ich bin echt eine faule Sau!“ der Satz „Ich kann mich noch nicht zum Sport aufraffen, aber ich weiß, dass ich jederzeit wieder damit starten kann, wenn ich wirklich will.“ Hänge dir zum Beispiel ein Post-It mit ‚noch‘ an gut sichtbare Stelle in deiner Wohnung oder neben deinem Spiegel. So wirst du immer daran erinnert.

Frage dich einfach immer: Wie würdest du reagieren, wenn dir jemand die Sätze sagen würde, die du dir selbst sagst: Wärst du beleidigt, vor den Kopf gestoßen oder verletzt? Dann denke ab jetzt dran: Du verletzt damit dich selbst und darunter leidet dein Selbstwert. Verändere die Sätze. Sage dir selbst etwas Positives, Aufbauendes und Liebevolles. Auf diese Weise wirst du deine Unsicherheiten und deine Selbstzweifel Schritt für Schritt abbauen und mehr Selbstvertrauen aufbauen.